GrauerBalken  

Pressestimmen zum Zauberbündel

Presserezension erschienen in "TIBIA - Magazin für Holzbläser" Heft 1/2001

Noch keine zwei Jahrzehnte ist es her, dass sich für den Anfangsunterricht auf dem Fagott Gravierendes geändert hat. War es früher nur möglich, erst mit den großen Kindern im Alter von ca. 12 Jahren mit dem Fagottunterricht zu beginnen, so können die Kinder heute auf dem kleinen Fagottino in Quint- oder Quartstimmung schon als Schulanfänger das Instrument erlernen. Was für andere Instrumente längst in vielfältiger Form angeboten wird, muss nun für die kleinen Fagottisten erst aufgebaut werden, nämlich eine Auswahl für diese Altersgruppe geeigneter Lehrwerke. In den sehr überschaubaren Reigen von bisher erschienenen Fagottinoschulen bringt das von Beate von Rüdiger verfasste Zauberbündel deutlich Bewegung. Das fängt schon mit der äußeren Form an. Eine Ringheftung ermöglicht auch Kinderhänden, das Heft mühelos auf dem Notenpult zu platzieren, ohne dass sich die Seiten von selbst wieder umblättern. Außerdem kann eine einzelne Seite aufgeschlagen werden. Das erleichtert das Konzentrationsvermögen. Die Verwendung von starkem Kartonpapier, das sich auch gut zum Malen und Kolorieren eignet, ist ein weiterer Beitrag für die leichte und kindgerechte Handhabung.

Der erste Band beginnt mit einem liebevoll illustrierten Text, der die Kinder mit einigen historischen Details und der Bedeutung des Namens ihres Instrumentes vertraut macht. Mit Hilfe graphischer Notenbilder und mit bekannten Abzählreimen werden dann Notenschrift und erste Rhythmen eingeführt. Bevor zusammen mit dem Notenbild die Töne c, d, und e als erste Griffe auf dem Fagottino eingeführt werden, zeigt die Autorin einige Übungen zur richtigen Dosierung des Luftstroms. Langsam und immer von Bildern, Versen oder Geschichten begleitet, werden lange und kurze Noten geübt. Schon bald taucht ein zweistimmiges Lied mit den ersten drei Tönen auf. Auch das Schreiben der Noten und das freie Improvisieren finden Raum. Jeder neue Ton wird nun mit einem vereinfachten Griffbild dargestellt, in das die Kinder selbst die beteiligten Finger und Klappen eintragen sollen. Am Ende des ersten Bandes ist der Oktavraum von F bis f erschlossen, allerdings noch nicht als F-Dur-Tonleiter, da die Vorzeichen noch fehlen. Geschickt sind die Stücke so gewählt, dass der Ton b vermieden wird. Einfache Rhythmen, Pausen, Besonderheiten wie Wiederholungen und Fermaten und selbst der Taktwechsel innerhalb eines Stückes werden behandelt. Nahtlos können die Kinder auf dem Fagottino fortsetzen, was in der Musikalischen Früherziehung angelegt wurde. Darin besteht eines der wesentlichen Anliegen der Autorin.

Gleich zu Beginn des zweiten Bandes wird folgerichtig der Ton b hinzugenommen. Die kurze Erläuterung der Halbtonschritte innerhalb der Tonleiter ist nur als Anregung für eine ausführliche Erklärung durch den Lehrer gedacht. Der Tonraum wird im zweiten Band auf zwei Oktaven von C bis c1 erweitert und um das es ergänzt. Die Spielfreude der Kinder wird durch zahlreiche Lieder, denen meistens auch der Text beigefügt ist, angeregt. Alle zweistimmigen Stücke sind in gleicher Lage notiert, so dass der Lehrer mit dem großen Fagott transponieren muss, aber die Kinder zu einem anderen Schüler, auch die zweite Stimme auf dem Fagottino spielen können. Damit ist das Zauberbündel nicht auf Fagottino in G oder in F festgelegt, da auch die Kinder die Töne nicht klingend benennen, sonder nach den jeweiligen Griffen für das große Fagott, auf das sie ja später umsteigen wollen. Zu vielen Stücken und Aufgaben ihrer Fagottschule für Kinder gibt Beate von Rüdiger im pädagogischen Kommentar Erklärungen und Hinweise. Aufschlussreich sind dabei die einleitenden Ausführungen über die grundsätzlichen pädagogischen Ziele für die Altersgruppe der 6- bis 8jährigen Kinder. Die Ausbildung allgemeiner Fähigkeiten wie soziales Verhalten, Konzentrationsvermögen und Differenzierung des Wahrnehmungs- und Ausdrucksvermögens gehören ebenso zum Instrumentalunterricht wie das Erlernen einer sauber intonierten Tonleiter.

Neben einem praktischen Arbeitsbuch für die Kinder bietet das Zauberbündel gute Anregungen für erfahrene Fagottlehrer, die sich nun auch mit dem Unterricht auf dem Fagottino schon ab dem Grundschulalter befassen möchten. So gesehen wird auch verständlich, weshalb über den Umgang und die Pflege des Instrumentes, Techniken von Atmung, Stütze, Ansatz und Artikulation nur Andeutungen zu finden sind. Die Lehrerin oder der Lehrer mit ihrem Fachwissen sollen keineswegs ersetzt werden. Die Fagottschule für Kinder kann und soll lediglich eine Ergänzung für den ausgebildeten Instrumentalpädagogen sein, wobei eine fundierte Methodik des Fagottunterrichts auch hier als Voraussetzung unverzichtbar ist.


Stephan Weidauer Woustviller meint:

Von Rüdigers »Zauberbündel« möchte ich als extrem kinderfreundlich charakterisieren. Wer Elemente aus der Musikalischen Früherziehupg in seinen Unterricht aufnehmen will, ist mit dieser Schule gut bedient.


Text Interview August 2000 rohrblatt

Beate von Rüdiger: "Das Zauberbündel" Fagottschule für Kinder ab 6 Jahren

M. H.: Frau von Rüdiger, seit einigen Jahren etabliert sich die Verwendung des Fagottinos oder allgemein kleiner Fagotte für den Unterricht mit Kindern. Welche Instrumente sind das genau, und wie lassen sie sich idealerweise einsetzen?
B. v. R.: Kleine Fagotte sind historische Instrumente, die wie Blockflöten als Familie hergestellt wurden. Es gab neben den heute gebräuchlichen Instrumenten Quart-, Quint- und Oktavfagotte, die um ihr jeweiliges Intervall nach oben transponierten und entsprechend kleiner gebaut waren. Aufgrund ihrer kleineren Bauart und der wenigen Klappen eignen sie sich hervorragend für den Unterricht mit Kindern und werden heute eigens für diesen Zweck nachgebaut.
Wenn verschiedene Instrumente zur Verfügung stehen, kann mit zunehmender Körpergröße des Kindes vom Oktavfagott angefangen auf ein größeres Instrument umgestiegen werden, wie man das auch mit Streichinstrumenten macht, bis das Kind im Alter von vielleicht 9 bis 11 Jahren das moderne Fagott benutzen kann. Die Proportion von Körpergröße, Fingerspanne und Kraft des Kindes zu Größe und Gewicht des Instrument sollte stets möglichst gut passen.

M. H.: Welche Schwierigkeiten ergeben sich aus der Verwendung kleiner Fagotte für den Unterricht?
B. v. R.: Dadurch dass kleine Fagotte transponierende Instrumente sind, läßt sich die herkömmliche Literatur nur sehr bedingt einsetzen. Für das Zusammenspiel mit einem begleitenden Instrument müssen entweder die Fagottstimmen oder die begleitenden Stimmen umgeschrieben werden. Andererseits eignet sich die bekannte Fagottliteratur kaum für den Unterricht mit Kindern wegen ihres Schwierigkeitsgrades. Es muß folglich auf eine angemessene Literatur zurückgegriffen werden, die bislang in Unterrichtswerken nicht zur Verfügung stand.

M. H.: Die bislang übliche "Karriere" eines Fagottschülers sah etwa so aus: Musikalische Früherziehung, Blockflöten- oder Klavierunterricht und dann mit 11 bis 13 Jahren die Entscheidung, Fagott zu lernen. Welche Vorteile bringt der frühe Beginn des Fagottspielens mit sich?
B. v. R.: Das Lernen im Alter von 6 bis 10 Jahren läuft wesentlich langsamer ab als zwischen 13 und 16 Jahren. Gerade das bringt aber den Vorteil mit sich, dass wesentlich mehr Zeit zur Verfügung steht für experimentelle Erfahrungen mit dem Instrument, Improvisationen und frei gestaltetes Spiel nach graphischer Notation, Wiederholungen von Unterrichtsinhalten, die zur Festigung des Gelernten notwendig sind. Es gibt keinen Druck, nach wenigen Jahren fit zu sein, um in einem Orchester mitspielen zu können. Fagottunterricht darf nicht allein das Hervorbringen der richtigen Töne zur rechten Zeit zum Ziel haben. Durch spielerische Versuche mit Glissandi, graphischer Notation usw. kann unter anderem frühzeitig eine Offenheit auch für moderne Musik geweckt werden oder bewahrt bleiben.


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Beispiel Band I

Beispiel Band I

Beispiel Band II

Beispiel Band II

Beispiel Band III

Beispiel Band III

Pädagogischer Kommentar

Beispiel Pädagogischer
Kommentar

Ein Lied

 

Noten vor und zurück

 

Treppe

 

Silben und Noten

 

Känguruh Sprünge

 

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